Im Porträt: Drei Frauen, die außergewöhnliche MINT-Fächer studieren

Hallo liebe Leser!

Momentan reden wir im PASCH-Alumni Portal viel über MINT-Studiengänge: Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie. Ich selbst studiere eine Sozialwissenschaft, sodass ich mich manchmal wundere, was es alles für Naturwissenschaftliche Studiengänge gibt.
Für den heutigen Post habe ich drei tolle Frauen ausgesucht, die außergewöhnliche Studiengänge studieren.
   


© privat/Katharina Lugão Kriegshäuser

Katharina Lugão Kriegshäuser, 20

Studiengang Agrarwissenschaften, Universität Hohenheim

„Da nicht jeder viel über Agrarwissenschaften weiß, denkt man immer, dass ich Bäuerin bin.“
Katharina will bei einer großen Traktor-Firma arbeiten und Landmaschinen entwickeln. Sie will selbstständig sein und ein Hof in Brasilien besitzen, wo sie Soja und Mais produzieren kann. Am besten mithilfe von Landmaschinen, bei deren Entwicklung sie geholfen hat.

Agrarwissenschaft hat sie ausgewählt, um die Natur nah zu sein:

„Ich wollte schon mal Bauingenieurwesen oder Maschinenbau studieren. Aber da ich schon immer etwas studieren wollte, wo man mit der Natur verbunden ist und ins Feld gehen muss, habe ich mich für Agrarwissenschaften entschieden.“

Und was lernt man überhaupt in Agrarwissenschaften? Der Studiengang ist vielfältiger, als man denkt.

„Man kann sich auf Pflanzen, Technik, Ökonomie, Tiere bis Kommunikation und Management spezialisieren.“


© privat/Carolina Cavalcanti Boeckh

Carolina Cavalcanti Boeckh, 20 Jahre

Schiffbau, Technische Universität Hamburg (TUHH)

Carolina ist einer der fünf Frauen in einen Studiengang mit 36 Studenten. Seit 2017 studiert sie Schiffbau an der TU Hamburg, ihre Leidenschaft für Schiffe hat aufgrund ihres Hobbys Segeln angefangen.

„Deswegen ist es auch mein Traum, ein außergewöhnliches Segelboot für mich zu entwerfen, zu bauen und damit eine Weltreise zu machen. Wahrscheinlich werde ich in zehn Jahren in einer Werft arbeiten.“

Wer aber einen kleinen Studiengang studiert, muss manchmal sich auch Witze anhören:

„Viele aus anderen Studiengänge sagen, dass die Schiffbauer verrückt sind und nennen uns Schiefbauern. Aber es ist nur aus Spaß, hoffentlich. Allgemein finden die Leute cool, dass man Schiffbau studieren kann.“

Wenn es den Studiengang nicht hätte, wäre Carolina Umweltingenieurin geworden: Um die Bucht in Rio de Janeiro, wo sie früher gesegelt hat, sauber zu machen. Ich habe mich aber gefragt, ob Schiffe nicht schlecht für die Umwelt sind – man hört ja ständig von Ölverschmutzung im Meer.

„Nein! Schifffahrten sind eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel, die es gibt, weil man viele Sachen mit weniger Brennstoff transportieren kann. Das Verhältnis von Brennstoffverbrauch zwischen Flugzeug, Lastwagen und Schiffe ist 100 : 20 : 1.“


Man lernt nie aus!


© privat/Maria Constantina

Maria Constantina, 23

Ozeanographie, Universität Hamburg

„Ozeanographie bedeutet nicht Sonne, Sommer oder Wale.“
Maria studiert Ozeanographie – was auch nicht bedeutet, dass sie im Thema Meeresfische und Wale Expertin ist.

„Es geht schlicht um die Physik der Ozeane - etwa Wellen, Strömungen, Ozeanzirkulation oder Meereis. Ozeane bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche, aber wir wissen weniger über sie als über den Mars.“

Leider hat sie sich jetzt schon entschieden, nicht im Bereich der Ozeanographie zu arbeiten.

„Dort geht es oft um befristete Arbeitsstellen und Termine - ich könnte mir so etwas für das ganze Leben nicht vorstellen. Was ich nach dem Studium machen werde, weiß ich auch noch nicht genau. Ich werde wahrscheinlich in die Branche der Ingenieurwissenschaft gehen.“


Ich persönlich fand schön, dass es in den Studiengang genauso viele Frauen wie Männer sind. In Physik-bezogene Studiengänge, wie in vielen anderen MINT-Fächern, sind Frauen oft unterrepräsentiert, sodass es schön ist, dass es in der Ozeanographie anders ist.

Bis zum nächsten Mal!

 

 

Autorin: Camila Franco Weiss - PASCH-Alumna aus Brasilien