Name: Habiba Elazabawy

Geburtsjahr: 2000

Heimatort/-land: Alexandria, Ägypten

Ehemalige Schule: Deutsche Schule der Borromäerinnen Alexandria (DSBA)

Abschlussjahrgang: 2018

Deutschlandaufenthalt: Bonn, seit Oktober 2018


1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

Eine deutsche Redewendung, die mir persönlich sehr viel bedeutet, ist "Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Das ist mein Lieblingssprichwort und etwas, was ich in schweren Momenten für mich selbst wiederhole.

 

2. Das Wort, die Wortgruppe, das ich am häufigsten in Deutsch verwende:

„Also“! Es ist ein „Füllwort” . Es ist kein Wort, das eine Bedeutung zu meinen Sätzen hinzufügt, aber zur gleichen Zeit ist es irgendwie wichtig…

 

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, das ich mit Deutschland/Deutsch verbinde:

Natur und grüne Landschaft auf alle Fälle! Das ist zum Teil auch, was mich so sehr an Deutschland angezogen hat. Die Wälder und Bäume. Mein erster Deutschlandbesuch war zu einem Schüleraustausch in Mainz und als ich aus dem Flugzeug die großen, schönen grünen Felder gesehen habe, wusste ich, dass ich in Deutschland studieren wollte. Meine Studienortwahl hatte auch sehr viel damit zu tun, dass ich an einem Ort studieren wollte, wo ich mehr Natur sehen würde, im Vergleich zu meiner Heimatstadt Alexandria. Zum Glück hat sich das verwirklicht. Vor meinem Fenster steht nämlich ein sehr großer Baum.

 

4. PASCH/Meine ehemalige PASCH-Schule bedeutet für mich:

Alles! Durch meine Schule und ihre Verknüpfungen zu Deutschland habe ich unglaublich viele Möglichkeiten erhalten. Ich war zum Beispiel 2016 ein Monat lang im Rahmen des Preisträgerprogramms in Deutschland, was eine wunderbare Erfahrung für mich war. Ich bin sehr dankbar für meine Eltern und meine Schule, ohne die ich gar nicht hier wäre.
Denn das ist nicht nur meine Vergangenheit, sondern auch der Weg in meine Zukunft.

©privat/ Habiba Azabawy

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule...

Ich war mir sehr lange ziemlich unsicher, was ich nach der Schule machen wollte. Ich wusste, dass ich unbedingt im Ausland studieren wollte, aber noch nicht so genau in welche Richtung es gehen soll. Allerdings habe ich zum ersten Mal in der 11. Klasse darüber nachgedacht, Medizin zu studieren. Anfangs hat mich dieser Gedanke beunruhigt, aber mittlerweile nach dem ersten Semester meines Medizinstudiums weiß ich, dass diese die richtige Entscheidung für mich war.

 

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna/-Alumnus bin, ...

Wie gesagt, ich stehe jetzt eine Woche vor dem Ende meines ersten Semesters des Medizinstudiums. Der Weg ist noch lange aber ich genieße mein Studium. Jedes Mal, wenn ich denke, dass es zu viel wird, kommt was hoch Interessantes  und dann weiß ich, dass das der Weg für mich ist. Für mich ist es das Allerwichtigste, dass man am Ende des Tages sagen kann: „Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung und zufrieden mit dem, was ich jetzt tue.“

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil...

Früher konnte ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, Medizin zu studieren. Ich hatte verschiedene Ideen,  aber keine von denen ging in diese Richtung. Meine Eltern sind auch keine Ärzte, von daher hatte ich vorher eher wenig mit Medizin zu tun. Aber als ich ein bisschen älter wurde, habe ich mehr und mehr medizinische Artikel gelesen. Ich habe öfters über verschiedene Krankheiten gelesen. Und Arztserien haben mich einfach fasziniert (ich bin aber dabei natürlich nicht die Einzige…). Ich habe angefangen, mir diesen Weg vorzustellen. Allerdings hatte ich tatsächlich viele Ängste. Ich wusste nicht, ob ich das schaffen würde. Aber jetzt bin ich sehr froh, dass ich diese Chance wahrgenommen habe. Denn letztendlich geht es um die Menschen. Der Gedanke, eines Tages mit Menschen arbeiten zu dürfen und ihnen auch ein kleines bisschen helfen zu können, ist was mich immer weiter motiviert.

 

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil...

... meine Eltern stolz auf mich sind. Ich glaube, es ist den Meisten wichtig, ihre Eltern stolz zu machen. Und dass meine Eltern jetzt schon stolz auf mich sind, ist einfach unfassbar. Aber das ist, was mich an harten Tagen motiviert. Ich komme nach Hause nach einem langen Tag und meine Mutter hat mir geschrieben: „Ich schätze sehr, was du machst, und ich bin stolz auf dich.“ Und das macht es alles wert.

©privat/ Habiba Azabawy

9. Mein derzeitiger Alltag ist...

Es ist leider nicht die optimale Zeit über meinen Alltag zu berichten, da ich in der Klausurphase stecke, was nicht sehr aufregend ist. Abgesehen von diesen zwei Wochen ist mein Alltag ziemlich schön. Ich mache öfters was mit Freunden, was mir sehr wichtig ist. Ich habe auch in diesem Semester verschiedene Sportarten des Hochschulsports probieren können, was sehr interessant ist, da ich nicht wirklich sportlich bin. Ich genieße es aber im Moment, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Sachen auszuprobieren. Ich glaube, wenn man in ein anderes  Land zieht, kann man entweder die ganze Zeit Angst haben und nervös sein, oder man kann die wunderschöne Chance nutzen, um seine Zeit zu genießen.

 

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna/-Alumnus:

Ich probiere mich soweit wie möglich zu engagieren und würde gerne in Zukunft mehr im Rahmen dessen tun. Ich würde gerne andere PASCH-Alumni treffen und mich mit ihnen austauschen, da mir das immer Spaß macht. Außerdem fände ich es interessant, wenn man PASCH-Alumni mit PASCH-Schülern verbinden würde, die Fragen haben oder vielleicht einfach ein bisschen Motivation brauchen.

 

11. Nach meinem Schulabschluss bin ich PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet...

Während eines DAAD Treffens in Berlin konnte ich vielen anderen PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnen, was richtig super war und viel Spaß gemacht hat. Es war spannend, dass so viele Studenten und Studentinnen aus der ganzen Welt gekommen sind, um hier in Deutschland die verschiedensten Sachen zu studieren, was alles durch unsere Schulen möglich gemacht wurde. Es war außerdem interessant zu sehen, dass wir durch unsere vielen Gemeinsamkeiten, aber auch durch unsere Unterschiede, uns sehr gut verstanden haben. Ich habe dort neue Freundschaften geschlossen; gute Freunde, die man fürs Leben haben wird, aber auch Erinnerungen, die einem immer bleiben.

 

12. Von der Zukunft erwarte ich...

... ganz unterschiedliche Sachen. Ich bin nicht ein Mensch, der allzu lange im Voraus planen kann. Ich kann deswegen gar nicht sagen, wie mein Leben in zehn Jahren aussehen wird. Für mich ist das aber sehr spannend. Nach dem Studium kann es in so viele Richtungen gehen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Und dass ich in dem Sinne ungebunden und frei bin, macht mir eine große Freude. Ich kann bestimmen, wie mein Leben aussehen wird und das begeistert mich. 

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/-Schülerinnen oder -Alumni ist:

Habt keine Angst vor Unsicherheit! Unsicherheit und Ungewissheit können aufregend und spannend sein. Sie sind nur Gelegenheiten, um etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Ich war mir unsicher, was ich studieren wollte und wo genau. Ich war mir unsicher, ob ich das schaffen würde. Ich war mir unsicher, wo ich wohnen würde (ich hatte den ganzen ersten Monat in Deutschland meine eigene Unterkunft noch nicht gefunden). Dieses letzte Jahr war so von Unsicherheit und Ungewissheit gefüllt, dass ich keine Angst mehr davor habe. Jetzt empfinde ich das als eine Möglichkeit, die unterschiedlichsten Sachen auszuprobieren; Sachen, die ich vielleicht zuvor nie hätte probieren können. Habt Mut eure Horizonte zu erweitern. Wenn euch eine Chance begegnet, die ihr interessant findet, dann nutzt sie! Eine Freundin von mir hat mich vor kurzem an das berühmte Sprichwort erinnert: Man bereut nicht die Sachen, die man gemacht hat, sondern nur die Chancen, die man nicht ergriffen hat.