Name: Diana Fajardo

Geburtsjahr: 1990

Heimatort/-land: Quito, Ecuador

Ehemalige Schule: Deutsche Schule Quito

Abschlussjahrgang: 2009

Deutschlandaufenthalt: Karlsruhe seit Oktober 2016. Davor, in 2006, bin ich im Rahmen eines Schulaustauschs nach Deutschland gekommen.


1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl deiner Atemzüge, sondern den Momenten, die dir den Atem rauben.

 

 

2. Das Wort, die Wortgruppe, das ich am häufigsten in Deutsch verwende:

„Ach so!“ Ich stelle immer unglaublich viele Fragen und bin immer neugierig auf die Antworten. Ich will immer etwas Neues entdecken und schätze die Möglichkeit von anderen zu lernen.

 

 

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, das ich mit Deutschland/Deutsch verbinde:

Mein neues Zuhause. Ich wohne seit zwei Jahren mit meinem Freund in Karlsruhe zusammen, wo wir unsere eigene Wohnung haben. Hier habe ich alte Freunde, sogar von der Schule, getroffen und neue Leute kennengelernt. Karlsruhe ist eine freundliche Stadt, man kann alles zu Fuß erreichen, es gibt viele entspannte Plätze, wo man richtig gut essen kann – eines meiner Lieblingsgerichte sind badische Käsespätzle - und die Zeit mit Freunden genießen kann, das Kulturprogramm ist vielfältig und der Weihnachtsmarkt ist einfach top. Außerdem wohnt meine ehemalige Gastfamilie in der Nähe und ich kann sie jederzeit besuchen.
 

© privat/Diana Fajardo
Weihnachstmarkt mit anderen PASCH-Alumni aus Ecuador, Kolumbien und Peru

4. PASCH/Meine ehemalige PASCH-Schule bedeutet für mich:

...die Gelegenheit aus einer anderen Sicht die Welt kennenzulernen. Ich habe meinen Schulabschluss schon vor knapp zehn Jahre erhalten und damals gab es beschränkte Möglichkeiten um die Welt zu entdecken, beispielsweise, es gab keine Smartphones und die Information, die man über das Internet finden konnte, war auch ziemlich beschränkt. Im Rahmen eines Schulaustauschs bin ich im Jahr 2006 nach Deutschland gekommen und habe die deutsche Kultur zum ersten Mal erlebt. Bereits dann konnte ich mir das Studium und das Leben in Deutschland vorstellen und dank meiner ehemalige PASCH-Schule hatte ich den Vorteil, eine fremde Sprache zu lernen. In diesem Sinne, meine ehemalige PASCH-Schule ist für mich die Grundlage auf der ich meine Zukunft gestaltet habe. Sie hat mir viele Türen geöffnet und dort konnte ich auch langfristige wertvolle Beziehungen aufbauen; da habe ich meinen Freund und viele meiner besten Freunden kennengelernt, mit denen wir immer noch sehr viel Zeit zusammen verbringen und die uns sehr oft in Deutschland besuchen.

 

 

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule...

Als ich noch an der Schule war, wusste ich nicht genau was ich nach der Schule machen wollte. Deshalb habe ich mir nach der Schule ein Jahr frei genommen. In diesem Jahr habe ich Ecuador bereist und habe diese Zeit auch genutzt um mich über Ausbildungs- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten in Ecuador und in Deutschland zu informieren. Es war mir klar, dass ich Unternehmenskommunikation studieren wollte und habe mich letztendlich für die „Universidad San Francisco de Quito“ in Ecuador entschieden, die nach der Philosophie der freien Künste (Liberal Arts auf Englisch) geführt ist. Als Lehrphilosophie finde ich diese positiv und wertvoll, da man die Wahlmöglichkeit hat, ganz unterschiedliche Kursen zu besuchen. Da habe ich beispielweise die Kurse „Frauenliteratur“, „Lateinamerikanische Geschichte“ und „Einführung in die Ernährung“ besucht.

 

 

© privat/Diana Fajardo
Hochschule Pforzheim

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna/-Alumnus bin, ...

... habe ich mein Bachelor in Corporate Communication & PR in Ecuador abgeschlossen. Damals habe ich zwei Jahre als Hiwi (Abkürzung für "Studentische Hilfskraft", Anmerkung der Redaktion) gearbeitet und bei unterschiedlichen sozialen Projekten mitgemacht. Nach dem Bachelorabschluss habe ich zwei Jahre lang als Unternehmenskommunikationsberaterin mit Schwerpunkt auf der konzeptionellen und strategischen Entwicklung gearbeitet, und nach dieser Zeit habe ich mich beschlossen neue Herausforderungen zu verfolgen. So bin ich im Jahr 2016, 10 Jahre nach meinem ersten Besuch, wieder in Deutschland gelandet um ein Masterprogram in Corporate Communication Management an der Hochschule Pforzheim zu absolvieren. Das Programm hat alle meine Erwartungen erfüllt, da es stark praxisorientiert ist und individuelle Wahlmöglichkeiten bei den Kursen und Projekten bietet. Ich habe insbesondere viel von den vielfältigen fachlichen und kulturellen Hintergründe meiner Kollegen gelernt. Aufgrund eines dreimonatigen Praktikums bin ich im April 2016 nach München umgezogen und zurzeit bin ich nach Karlsruhe zurückgekommen, wo ich mittlerweile meine Masterarbeit anfangen soll.
Im Allgemeinen, es war sehr bereichernd in zwei unterschiedlichen Ländern zu studieren, weil es meine Perspektive über den Berufsstand erweitert hat und es mir ermöglicht hat, weitere Kompetenzen zu entwickeln.

 

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil...

Meine Geschichte in Deutschland ist relativ neu und wird noch kontinuierlich geschrieben. Ich kenne viel Leute, die auch eine deutsche Schule besucht haben und schon acht, neun oder sogar zehn Jahre in Deutschland wohnen. Ich habe mich entschieden nach Deutschland zu kommen, weil ich auf der Suche nach weiteren persönlichen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten war. Zu diesem Zeitpunkt meines Lebens hatte ich neue Herausforderungen gesucht und Deutschland kam mir als die richtige Entscheidung vor, da ich schon die Sprache kannte und das Bildungsangebot attraktiv und wettbewerbsfähig ist. Natürlich hatte ich Angst, weil ich die letzte 8 Jahre kein Wort auf Deutsch genutzt habe, aber ich glaube man sollte immer sich selbst vertrauen. Seit fast zwei Jahren wohne ich in Deutschland und alles was ich bisher gemacht habe, hat sich gelohnt; das Masterprogram hat meine Erwartungen erfüllt, der Alltag ist spannend und ich kann immer etwas Neues entdecken, ich liebe die verschiedenen Jahreszeiten und schließlich hat das Leben in Europa meine Wahrnehmung der Welt erweitert und hat mir die Möglichkeit gegeben, viel zu reisen bzw. ganz unterschiedliche Städte und Kulturen kennenzulernen.

 

 

© privat/Diana Fajardo
Weihnachten 2017 mit meinen Freund, Andrei Krochin, bei meiner ehemaligen Gastfamilie
© privat/Diana Fajardo
Osterferien 2017 in Prag, Tschechische Republik

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil...

Ich authentisch und mutig den Herausforderungen und unerwarteten Schwierigkeiten begegnet bin.

 

 

9. Mein derzeitiger Alltag ist...

Mein Tag fängt früh mit dem Frühstück und einem guten Kaffee an. Momentan bin ich auf der Suche nach einer Masterthesis, was von mir viele Stunden vor dem Rechner verlangt, um Unternehmen zu kontaktieren bzw. die wissenschaftliche Recherche weiterzumachen. Parallel arbeite ich gerade an einem eigenen Projekt über Ernährung und wie man diese Information erfolgreich einfach und locker -beispielweise über digitale Kanäle – kommunizieren kann. In diesem Kontext spielt die deutsche Sprache täglich eine wichtige Rolle und beeinflusst alle meinen Tätigkeiten.

 

 

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna/-Alumnus:

Das PASCH-Alumi Netzwerk habe ich leider erst vor ein paar Monaten kennengelernt. Zufälligerweise habe ich von dem PASCH-Alumni Treffen in Berlin im Juni mitbekommen und habe ich mich dafür beworben. Ich hatte die Gelegenheit nach Berlin zu fahren und so habe ich mehr über die Pasch-Initiative und ihre Arbeit gelernt. Ich finde die Aktivitäten bzw. Diskussionen, die weltweit - und insbesondere über die Website - durchgeführt werden, wertvoll. Ich glaube, alle Pasch-Alumni hätten einen großen Vorteil wenn sie Mitglieder werden, weil sie sich mit vielen Leuten vernetzen können, die vielfältige fachliche und kulturelle Hintergründe haben.
Ich würde gern diese tolle Initiative bzw. das PASCH-Alumni Portal in Quito bekannter machen. Für PASCH-Alumni ist das Netzwerk eine große Hilfe und wichtige Unterstützung während des Aufenthalts, des Studiums und für den beruflichen Werdegang in Deutschland. Man kann auch gleichzeitig zu der Gemeinschaft beitragen und die Perspektiven erweitern. Auf dem Portal gibt es immer viele interessante Diskussionen, Webinare, Events und Berichte, von denen man viel lernen kann. Ich finde es schade, dass diese Information in meiner ehemaligen Schule nicht so verbreitet ist.

 

 

11. Nach meinem Schulabschluss bin ich PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet...

Im Rahmen des PASCH-Alumni Treffen in Berlin dieses Jahr habe ich viele PASCH-Alumni kennengelernt und bei den unterschiedlichen Veranstaltungen Ideen und Perspektiven ausgetauscht. Wir sind über Facebook, WhatsApp und Instagram in Kontakt geblieben und ich hoffe, dass wir uns bald wieder treffen können.
Da mein Freund schon länger als ich in Deutschland wohnt, hat er das Studienkolleg mit PASCH-Alumni aus Kolumbien, Peru und viele andere Länder absolviert. Sie sind noch sehr gute Freunde von uns und wir verbringen viel Zeit zusammen.

 

 

12. Von der Zukunft erwarte ich...

Meine Masterarbeit erfolgreich und rechtzeitig abschließen, neuen spannenden beruflichen Herausforderungen begegnen, neue Reiseziele entdecken und besuchen und viele schöne Momente mit meinen Freunden und Familie genießen.

 

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/-Schülerinnen oder -Alumni ist:

Vertraut euch selbst und nimmt die Gelegenheit an, neue Länder, Kulturen und Leute kennenzulernen. Probiert immer etwas Neues aus und lasst euch von den Erlebnissen überraschen. Es ist auch in Ordnung, wenn es nicht immer klappt, aber das Ziel muss immer im Hinterkopf behalten werden. Fragt immer einfach nach, es ist nicht schlecht auch Fragen bzw. Zweifeln zu haben und es gibt immer nette Leute auf dem Weg, die bereit sind, euch weiterzuhelfen. Nutzt die große Chance, die die deutsche Sprache für eure Zukunft bedeutet.