Fachspezifische Charakteristika

Tag 8: Experimente in den Naturwissenschaften

 

Das naturwissenschaftliche Schreiben an der Hochschule gestaltet sich oft anders als in den Geisteswissenschaften. Meist werden nur größere zusammenhängende wissenschaftliche Arbeiten als Abschlussarbeit, also z. B. Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit, verlangt. Die Naturwissenschaften fordern jedoch während des Studiums oft ganz andere Formate – z. B. das Protokoll.

 

Was ist ein Protokoll?

Ein Protokoll hält die Durchführung eines wissenschaftlichen Experiments fest und dokumentiert Beobachtungen sowie Ergebnisse. Protokolle werden angefertigt, sodass Vorgänge auch für andere Wissenschaftler nachvollziehbar sind und erneut durchgeführt werden können. Alle wichtigen Schritte sowie Erkenntnisse sind im Protokoll festgehalten.

 

Der Aufbau des Protokolls

  1. Angaben zum Protokoll: Auf jedes Protokoll gehören Angaben wie Namen der Projektgruppe, Datum, Thema etc.

  2. Ziel-/Fragenformulierung/bisherige Forschungsgrundlagen und Erkenntnisse: Was soll untersucht werden und warum? Evtl. was wurde in diesem Bereich bereits erforscht und auf welchen Forschungsgrundlagen/Theorien baut das Experiment auf? Es ist wichtig, hier eine Frage zu formulieren, die während des Experiments untersucht werden soll. Vor Versuchsbeginn hat man bereits eine Vermutung, wie das Experiment verlaufen könnte, diese muss hier auch schon formuliert und dann am Ende überprüft werden. 

  3. Experiment – verwendete Materialien/Geräte: Informationen zu Geräten/Chemikalien etc. unterschiedlich je nach Studienfach müssen hier aufgelistet werden

  4. Experiment - Versuchsaufbau/-durchführung: Es ist gut, wenn man von dem Versuchsaufbau eine detaillierte Zeichnung anfertigt und darin alle verwendeten Geräte kenntlich macht und benennt. Während des Versuchs können auch Fotos gemacht werden.Das Experiment dient dazu, dass auch andere dieses nachmachen und somit überprüfen können. Deshalb ist es notwendig, auch alle Ausgangsbedingungen/-substanzen, Angaben der Menge etc. deutlich zu machen. Als Leser muss man anhand dieser Angaben, den Versuch ebenso durchführen können. Beobachtungen oder Erkenntnisse haben hier aber noch keinen Platz, sondern nur der Vorgang wird beschrieben.

  5. Beobachtungen während des Experiments: Hier wird alles aufgeführt, was während des Experiments passiert, was sich verändert oder vielleicht auch nicht verändert, z.B. Farb-/Konsistenzveränderungen etc. Sollten bei dem Experiment Messwerte genommen werden, sollten diese hier auch unbedingt notiert werden. 

  6. Ergebnis und Erkenntnis: In diesem Teil des Protokolls werden die Beobachtungen während der Durchführung analysiert und erklärt oder ggf. auch interpretiert und ausgewertet. Sollten während des Versuchs Fehler aufgetreten sein, sind diese hier auch aufzunehmen.

 

Aufbau von Studienarbeiten – Besonderheiten in den Naturwissenschaften

Auch der Aufbau von Studienarbeiten gestaltet sich in den Naturwissenschaften etwas anders.

Der erste Teil einer wissenschaftlichen Arbeit beinhaltet Experimente sowie die vorausgehende Recherche und möglicherweise auch die Interpretationen der ersten Erkenntnisse der Experimente. Dieser Teil legt sozusagen die vorangegangene praktische Arbeit dar.

Dagegen beschäftigt sich der zweite Teil mit den Ergebnissen der Experimente oder Befunde und deren Erkenntnissen, die später dann auch einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden können.

In beiden Teilen der Arbeit eignen sich systematische Darstellungen in Form von Abbildungen, Diagrammen oder Tabellen etc. zur Präsentation der Ergebnisse und zur Ergänzung des geschriebenen Textes. Zu empfehlen ist, die grafischen Darstellungen zuerst auszuwählen bzw. zu erstellen, dann fällt es auch leichter etwas dazu zu schreiben. 

 


Weihnachtsgebäck:
Stollen

Der Stollen ist ein traditionelles Weihnachtsgebäck in Deutschland. Es ist ein Trockenkuchen und die Zutaten variieren. Jede Familie schwört auf ihr eigenes Stollenrezept. Aber eigentlich sind sie alle sehr lecker! Hier ist ein Beispiel: Stollenrezept