Tipps & Tricks

Tag 18: Zusammenhängendes Schreiben

 

Jeder hat im Laufe der Zeit einen eigenen Schreibstil entwickelt. Mit ein paar Tricks kann der eigene Stil noch etwas verbessert werden. Auf folgende Dinge sollte man achten:

  1. sich so präzise wie möglich ausdrücken

    Es ist zwar oft schwierig und zeitaufwändig, die passenden Wörter zu finden, aber es lohnt sich sehr. Es hört sich nicht nur besser an, sondern fördert auch den Lesefluss und beugt langen Schachtelsätze vor. Vor allem die Verwendung von starken Verben hilft dabei. Starke Verben sind Verben, die ihren Stammvokal ändern, wenn man sie dekliniert (z. B. erschrecken, erschrak, erschroken). Schwache Verben auf der andern Seite behalten auch bei der Deklination meist ihren Wortstamm bei (machen, machte, gemacht). Allerdings gibt es leider auch Außnahmen. Ich glaube die Unterscheidung ist nicht hilfreich - ich meine keine grammatikalisch starke Verben, sondern ausdrucksstarke Verben. Das bedeutet, dass man spezifischen Verben den Vorzug vor allgemeinen und nichtssagenden Verben wie „haben“, „sagen“ und dergleichen, geben soll.

    Außerdem mindert es die Aussagekraft der Hausarbeit, wenn nur leere Worte benutzt werden. Leere Worte haben keinen inhaltlichen Wert und werden mehr als Platzhalter oder Lückenfüller gebraucht. Ausdrücke wie zum Beispiel „Ding“ oder „Menschen“ sind daher zu vermeiden. Eine präzise Wortwahl gibt der Hausarbeit den letzten Schliff!

     

  2. auf Wiederholungen achten

    Oft merkt man nicht, dass man die gleichen Wörter benutzt. Aber alle haben Lieblingswörter. Vor allem bei einer längeren Hausarbeit kommt das vor. Aber allzu viele Wiederholungen sind nicht schön. Lautes Vorlesen hilft dabei, solche Wiederholungen zu identifizieren!

     

  3. Schachtelsätze vermeiden

    Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Text zu lesen, bei dem ein Satz nicht enden will und eine halbe Seite lang ist. Dabei vergisst der Leser am Ende des Satzes, was eigentlich am Anfang gesagt wurde. Im Endeffekt muss man dann meistens den Abschnitt erneut lesen. Vorbeugen kann man, indem man sich so präzise wie möglich ausdrückt und zu lange Sätze neu formuliert oder die Sätze in zwei kürzere Sätze unterteilt.

     

  4. Überflüssiges weglassen

    Beim wissenschaftlichen Arbeiten möchte man sich gern gewählt und intelligent ausdrücken. Dabei wird man dazu verleitet, Sätze mit unnötigen Dingen auszuschmücken, die die Kernaussage verklären.
    Man hat oft den Eindruck, seinen Argumenten eine besondere Wichtigkeit beimessen zu müssen. Beispiele hierfür sind: „eine schreckliche Tragödie“ oder „eine plötzliche Krise“. Eine Tragödie ist von sich aus schrecklich, und genauso wäre eine Krise keine Krise, wenn sie nicht plötzlich wäre – dann wäre sie nur ein Problem.

    Wenn man sich Mühe für die Hausarbeit gegeben hat, sind die Argumente auch eigenständig wichtig und Überflüssiges lenkt nur davon ab.

 

WICHTIG: LAUT VORLESEN!

Egal ob man kleine Feinheiten verbessern möchte oder nach Fehlern in der Argumentation sucht – laut vorlesen ist eine gute Technik zur Fehler-Verbesserung, denn man hat sich schon so an den Text und dessen Aussehen gewöhnt, dass man viele Fehler übersieht. Den Text der Hausarbeit zur Abwechslung einmal zu hören, ermöglicht eine andere Perspektive auf das Geschriebene.


Weihnachtserzählungen:
Sterntaler

Das Märchen "Sterntaler" wurde von den Gebrüdern Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben. Es handelt von einem Waisenmädchen, dass außer einem Stück Brot nichts besitzt und doch anderen Personen hilft.

 

Lesen Sie selbst:

 

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig." Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dirs," und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann." Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben," und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter harte blanke Taler: und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.