Auszeichnung für die Besten

Copyright: DAAD/Jan Greune

Ein Atlas über Baustoffe, Fachliteratur über Beton und Ökologie, ein Ordner mit der Aufschrift "Tragkonstruktion", dazwischen verschiedene selbst entworfene Modelle von Gebäuden: In ihrem weißen Bücherregal lässt sich das Fachgebiet von Eileen Dorer Li förmlich ablesen. Die 22 Jahre alte Peruanerin studierte von 2008 bis 2013 Architektur an der Universität Stuttgart. Ermöglicht wird ihr das Studium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) über das Stipendienprogramm für nichtdeutsche Absolventen der Deutschen Auslands- und Sprachdiplomschulen. Das aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanzierte Programm ist in doppelter Hinsicht ungewöhnlich: Nur die Besten der Besten haben eine Chance – aber sie dürfen sich nicht selbst bewerben, sondern müssen von ihren Schulen oder so genannten Fachberatern der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) vorgeschlagen werden. Und: Das Stipendium finanziert als einziges DAAD-Programm ein komplettes Studium in Deutschland – vom ersten Semester bis zum Bachelor, Staatsexamen oder Diplom. Für sehr gute Bachelorabsolventen besteht die Möglichkeit, auch noch für ein zweijähriges Masterstudium weitergefördert zu werden.

 

Leistungsstarke Schulen

 

Eileen Dorer Li hat die Deutsche Schule "Alexander von Humboldt" in Lima besucht und 2007 mit dem Abitur abgeschlossen – als Jahrgangsbeste. Die Schule in der peruanischen Hauptstadt ist eine von 140 Deutschen Auslandschulen weltweit, an denen Schülerinnen und Schüler in mehreren Fächern auf Deutsch unterrichtet werden, am Ende das deutsche Abitur ablegen können und so die Zulassung für ein Studium in Deutschland erhalten.

 

Früher Kontakt zur deutschen Kultur

 

Eileen Dorer Li erinnert sich gerne an ihre Schulzeit. "Ich hatte eine sehr gute Ausbildung und ich habe mich an der Schule richtig zu Hause gefühlt", sagt die Studentin. Schon ihr Vater war Schüler an der Deutschen Schule in Lima gewesen. Eileen besuchte die Schule gleich vom Kindergarten an – und lernte Deutsch wie eine zweite Muttersprache. Aber erst zum Abschluss der 10. Klasse kam sie zum ersten Mal in das Land, dessen Kultur ihr schon so vertraut war: Während eines zweimonatigen Schüleraustauschs lernte sie in der Nähe von Stuttgart den deutschen Alltag kennen. Damals entdeckte sie auch ihre Begeisterung für Architektur. "Das Zusammenwirken von Alt und Neu und die Tatsache, dass in Deutschland viel Wert auf die Bausubstanz gelegt wird, hat mich fasziniert", erzählt sie. Der Berufswunsch Architektin stand früh fest. Gleich nach dem Abitur startete Eileen Dorer Li in Peru in ihr erstes Semester – da bekam sie die gute Nachricht von ihrem Schuldirektor: Er hatte sie für das DAAD-Vollstipendium vorgeschlagen und seine beste Abiturientin überzeugte auch die DAAD-Jury. "Ich habe mich unheimlich gefreut", sagt die Peruanerin. "Ich wäre sonst vielleicht nach dem Bachelor in Peru zu einem Masterstudium nach Europa gekommen. Aber dass ich gleich von Anfang an in Deutschland studieren kann, ist natürlich toll".

 

Text: Oliver Sefrin/Societäts-Medien