22.01.18: Ehrenamtliche Tätigkeiten - 3 Studenten erzählen, wie es geht

Hallo liebe Leser!

Überraschung- ich bin wieder da!

Nachdem ich im Oktober 2017 auch das Ende dieses Blogs angekündigt habe, haben wir uns entschieden, es weiter zu schreiben. Jetzt soll es aber weniger um mich gehen, und mehr um eine Vielfalt an Themen, die einem interessieren können – immer mit einem Bezug auf Deutschland. Ich werde euch jeden Monat Geschichten von anderen erzählen, euch über relevante Themen aufmerksam machen und hoffentlich das eine oder andere auch inspirieren.

 

Heute geht es um ein Thema, womit definitiv schon viele im Kontakt gekommen sind: es geht um ehrenamtliche Tätigkeiten.

Ehrenamtliche Arbeit ist eine Art bürgerliches Engagement. Ehrenamtlich arbeitet jeder, der freiwillig und unentgeltlich eine Tätigkeit ausübt. Dadurch hat man die Möglichkeit, für die Gemeinschaft was Gutes zu tun. Viele Interessante Informationen und Daten habe ich zum Beispiel hier gefunden.

 

 

© privat Camila Franco Weiss

Bei Studenten ist das Ehrenamt auch sehr beliebt. Edward Wang, Physikstudent der LMU in München, arbeitet zum Beispiel seit Mai 2017 bei dem Verein Asylplus. Ziel der Organisation ist, Flüchtlinge bei dem Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen, damit sie sich in der Gesellschaft auch besser integrieren können. Dort betreut er Flüchtlinge, die Deutsch lernen. Am meisten gefällt ihm, die Entwicklung der Schüler zu beobachten und mehr über deren Kultur zu lernen. „Man merkt, dass, trotz der vielen Unterschiede und der schwierigen Situation, sie ganz normale Menschen sind, mit denselben Bedürfnissen und Wünschen wie wir“.

 

 

© privat Camila Franco Weiss

Maribelle Pipa hat über Ehrenamt auch viel zu erzählen. Schon als Kind hat sie angefangen, sich ehrenamtlich zu engagieren, indem sie in einem Seniorenheim mit den Senioren Zeit verbracht hat. Ihre letzte Tätigkeit war allerdings bei einer Beratungsstelle für junge Leute, wo sich Jugendliche von Gleichaltrigen zu Problemen wie Drogenkonsum oder Alkoholmissbrauch telefonisch oder per Chat beraten lassen können. Motiviert wurde sie von einer Freundin, und nach einer kurzen Internetrecherche hat sie sich für eine kurze Ausbildung angemeldet, wo sie gelernt hat, wie man mit den Leuten am besten spricht. „Am meisten gefiel mir, dass ich Menschen helfen könnte, die sich sonst nicht getraut hätten oder kein anderer hatten“, erzählt sie.

 

 

Ehrenamt und Studium

Manchmal ist das Ehrenamt auch eine Möglichkeit, die Inhalte des Studiums zu vertiefen. Dazu erzählt Sophia Niedermeier aus München über ihre Erfahrung im Projekt Open Med der Organisation Ärzte der Welt, das in vielen deutschen Städten vertreten ist. Sie hat sich auch entschieden, während ihr Studium ehrenamtlich zu arbeiten. Tätig ist sie an der Anlaufstelle und im Mobilbus des Projekts für Menschen ohne Krankenversicherung, wo Patienten von Ärzte untersucht wird – und das schon seit einem Jahr. Als Medizinstudentin unterstützt sie die Ärzte bei den Terminen. „Man lernt viel, was im Studium gebraucht werden kann“, sagt sie. Da die Anlaufstelle wie eine normale Arztpraxis ist, übernimmt sie Tätigkeiten wie das Messen der Blutdruck oder des Blutzuckerspiegels. Mit Freude hat sie mir über das nette Team und die lockere Atmosphäre berichtet. Sophia findet es wichtig, sich mit dem Thema zu befassen, dass es anderen Leute nicht so gut geht und ein Stück zurückgeben. 

© privat Camila Franco Weiss

Welche Schwierigkeiten können entstehen?

Natürlich ist das ehrenamtliche Arbeiten nicht immer leicht und es kann zu Schwierigkeiten kommen. Für Edward und Sophia liegen die größten Hürden bei der Kommunikation, die aufgrund der Herkunft der Unterstützten und den Sprachunterschieden manchmal nicht optimal läuft. Sophia berichtet, dass die Patienten vorwiegend aus anderen Ländern kommen, wie zum Beispiel aus Bulgarien oder Rumänien. Die Organisation stellt einen Dolmetscher, aber bei nicht-standardmäßige Sprachen kommt es oft zu Kommunikationsproblemen – auch wegen den oft unterschiedlichen Krankheitsbildern, womit die deutschen Ärzte nicht gewöhnlich konfrontiert werden.

Maribelle erzählt vor allem über die Angst, den Personen in der Beratungsstelle doch nicht helfen zu können, wobei sie auch berichtet, dass es immer gut gelaufen ist. Dazu betont sie auch die Wichtigkeit, dass man der Arbeit von dem Alltag trennen kann und sich nicht von den schwierigen Situationen, mit denen man konfrontiert wird, beeinflussen lässt.

 

 

Ich will mich engagieren - und jetzt?

Ich habe alle drei Studenten nach einem Tipp gefragt, an Leute, die mit dem ehrenamtlichen Arbeiten anfangen wollen, und habe von alle dieselbe Antwort bekommen: man soll keine Scheu vor dem Arbeiten haben und einfach anfangen. Spaß an der Sache ist nach Maribelle auch wichtig, und dazu empfehlt auch Edward, dass man sich eine Tätigkeit auswählt, was einem interessiert. „Es ist wichtig, sich was auszusuchen, was man gerne macht, damit man die Arbeit später nicht aufgibt“, meint er.

Ich kann euch selbst empfehlen, das Internet zunutze machen und über Möglichkeiten weiter zu recherchieren – im Portale wie der Freiwilligen Zentrum Hamburg kann man für Hamburg nach Angeboten suchen und nach Interesse filtern. Solche Plattformen habe ich für fast alle deutsche Regionen gefunden!

Ich hoffe, es hat euch gefallen, mehr über ehrenamtliche Tätigkeiten zu hören! Die Berichte der Studenten haben mich definitiv motiviert, mich auch zu engagieren.

Bis zum nächsten Mal! :)

 

Autorin: Camila Franco Weiss - PASCH-Alumna aus Brasilien