1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

„Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen.“ – Albert Einstein
Dieses Zitat war einer der ersten deutschen Sätzen, die ich auf Deutsch gelernt habe, und es hat mich mein ganzes Studium hindurch ermutigt, neugierig zu bleiben. Wie Einstein in seinen weiteren Worten beschrieb, bin ich immer von den „Geheimnisse[n] von Ewigkeit, Leben oder die wunderbare Struktur der Wirklichkeit“ begeistert. Ich strebe und werde auch immer danach streben, ein wenig von den Geheimnissen, vor allem des Gehirns, verstehen zu können.



2. Das Wort, die Wortgruppe, die ich am häufigsten in Deutsch verwende:

„Das macht Spaß!“ Ich bin immer daran interessiert, etwas Neues zu versuchen. Von neuen Erlebnissen bin ich fast nie enttäuscht. Auf meinen Reisen innerhalb Deutschlands und Europas ist mir nie langweilig. Das macht immer Spaß.

Beim Oktoberfest
© privat / Jialiang Lu

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, das ich mit Deutschland/Deutsch verbinde...

Natur
Ich habe insgesamt sechs Jahre in Freiburg und München studiert. Deshalb verbrachte ich meine Freizeit oft in der wunderschönen Landschaft von Süddeutschland. Als Biologiestudent habe ich viele Exkursionen in den Schwarzwald unternommen. An der Zugspitze habe ich zum ersten Mal gelernt, Ski zu fahren. Ich wohnte in Studentenwohnheimen nahe an den Wäldern und konnte die Natur immer gut empfinden.

 

Auf der Zugspitze
© privat / Jialiang Lu

4. PASCH / meine ehemalige PASCH-Schule bedeutet für mich:

Als eine der damals wenigen PASCH-Schulen in China bedeutet die Fremdsprachenschule Wuhan für mich unendliche viele Möglichkeiten, mich mit Deutschland zu verbinden. Unsere herausragenden Lehrkräfte, die zum Teil durch das PASCH-Programm unterstützt wurden, haben uns umfangreichen und aufregenden Unterricht in der deutschen Sprache und Kultur erteilt. Vor meinem Abitur habe ich dreimal mit anderen PASCH-Schülern Deutschland besucht, jeweils wegen Tourismus, Austausch und Teilnahme an der internationalen Deutscholympiade. Vor allem hat das „Stipendienprogramm deutsche Auslandsschulen“ vom DAAD meinen Traum verwirklicht, in Deutschland zu studieren. Ohne meine PASCH-Schule wäre das alles unmöglich gewesen.

 

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule ...

…in Deutschland Biologie studieren. Bereits während meines Austauschs am deutschen Gymnasium hatten wir die Möglichkeit, deutsche Universitäten zu besuchen und uns bei deutschen Studenten und Fachberatern über das Studium zu informieren. Deutschland war das Herz der Erziehung und Forschung in der Biologie und anderen Naturwissenschaften und bietet jetzt auch ein Studium von weltbester Qualität.

 

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna/-Alumnus bin, …

…habe ich mit meinem Studium der Biologie an der Universität Freiburg angefangen. Damals bedeutete das neue Leben alleine in einer fremden Stadt große Herausforderungen. Zum Glück habe ich viel Hilfe von meinen neuen Freunden und Kollegen bekommen und mich schnell in Freiburg eingelebt. Das Studium war sehr umfangreich und stark mit Praktikum und Forschung verbunden. Ich genoss meinen Alltag im Labor und fand es immer spannend, durch Experimente neue Kenntnisse zu erwerben. Deshalb habe ich natürlich entschieden, weiter zu studieren und nach einem Doktortitel zu streben. Aus Neugier auf ein neues Leben und eine neue Umwelt studierte ich weiter an der Universität München im Masterprogramm Biologie. Im Gegensatz zum Bachelorstudium hatte ich in München die Zeit und Möglichkeit, in vielen Arbeitsgruppen mit ganz verschiedenen Themen zu arbeiten und an der aktuellen Forschung teilzunehmen. Während meines Versuchs habe ich mich immer stärker für Neurowissenschaften interessiert. Der große Anteil und die Vielfalt der internationalen Studierenden an der Universität ermöglichte mir, mit Menschen aus der ganzen Welt zu kommunizieren und Kontakte aufzubauen. Das führte zu meinen Anstrengungen, nach dem Masterstudium in den USA promovieren zu können. Endlich habe ich es geschafft und bin jetzt Doktorand an der Caltech im Program „Computation and Neural Systems“.

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ...   

…ich immer starke Lust und Neugier auf Forschung habe. Über diese Motivation war ich mir bereits in der Schule klar. Durch die professionelle Fachberatung während meines Austauschs und Studiums ist die Motivation in einen konkreten Plan umgewandelt worden. Von den Geheimnissen der Natur bin ich immer so begeistert, dass ich keine Angst mehr habe, mit Unsicherheiten zu kämpfen.

 

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil …

…ich immer Mut und Erfolg darin habe, neue Herausforderungen zu bekämpfen. Ich habe bereits in drei Ländern gewohnt und studiert, die ganz verschiedene Kulturen haben. Ich habe drei ganz unterschiedliche Fremdsprachen gelernt und möchte auch gerne mehr lernen. Als Neurowissenschaftler muss ich jetzt gleichzeitig die Fertigkeiten ausbilden, vielfältige molekulare, biologische, elektronische und rechnerische Werkzeuge zu benutzen. Das Lernen macht mir immer Spaß.


9. Mein derzeitiger Alltag ist …

Als Doktorand muss ich nur ab und zu Vorlesungen besuchen. Die meiste Zeit verbringe ich im Labor. Das Thema meiner Forschung ist die Speicherung und Verarbeitung von Information im tierischen Gehirn. Deshalb muss ich regelmäßig Operationen an Mäusen zur Vorbereitung von Experimenten ausführen, Werkzeuge entwerfen und aufbauen, elektrochemische Signale im Gehirn messen und die Daten mit verschiedenen Programmiersprachen analysieren. Jeder Tag ist für mich erlebnisreich und ich bin immer ganz gespannt. Ich finde es ein bisschen schade, dass ich kaum die Gelegenheit habe, mein Deutsch weiter zu üben. An Wochenenden verreise ich nicht mehr so oft und ich vermisse die schnellen und angenehmen öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland.

Berliner Mauer
© privat / Jialiang Lu

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna/-Alumnus:

Als Bachelor- und Masterstudent hatte ich kaum Zeit, mich als PASCH-Alumnus zu engagieren. Jetzt muss ich mich nicht mehr um meine Noten und Bewerbungen sorgen und ich möchte auch gerne mehr zum PASCH-Alumni-Netzwerk beitragen. Es ist mir eine Ehre, mich hier im Alumniportal vorstellen zu können. Mein bisheriger Erfolg ist der Unterstützung vom PASCH-Programm und DAAD zu verdanken. In der Zukunft möchte ich auch gerne Studierende beraten, die sich für Forschung und eine akademische Karriere in den Naturwissenschaften sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten interessieren.

 

11. Nach meinem Abschluss bin ich anderen PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet …

Andere PASCH-Alumni traf ich ab und zu auf dem Campus und während Stipendiatentreffen. Durch Kommunikation mit Studierenden aus der ganzen Welt begegneten mir immer neue Ideen. Als Schüler waren wir alle einmal so ähnlich gewesen. Aber ich war davon sehr begeistert, dass wir nachher Erfolg auf sehr unterschiedlichen Wegen hatten.

 

12. Von der Zukunft erwarte ich …

Wie ich schon in meiner ersten Antwort beschrieben habe, werde ich die Geheimnisse des Gehirns und der Natur immer weiter erforschen. Vielleicht arbeite ich nach der Promotion wieder in einem neuen Land und treffe wieder neue Freunde. Vielleicht kehre ich nach Deutschland zurück und suche dort eine Stelle. Diese Unsicherheit gefällt mir und ich freue mich auch auf die Möglichkeiten.

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/Schülerinnen oder -Alumni ist:

Es ist sehr wichtig, eigene Interessen und Stärken zu finden und dadurch eine geeignete Nische in der Wissenschaft oder auf dem Arbeitsmarkt zu entdecken. Um Erfolg zu haben muss man nicht am klügsten oder stärksten sein: Man soll aber immer unersetzlich sein.

 

 


Mit Jialiang Lu in Kontakt treten?
Hier geht es zum Profil des PASCH-Alumnus >>