Name: Hoang Long Nguyen

Alter: 21 Jahre

Heimatort/-land: Hanoi, Vietnam

Ehemalige Schule: Chuyên Ngoại ngữ, Fremdsprachenoberschule Hanoi

Abschlussjahrgang: 2013

Deutschlandaufenthalt:  2012 im Rahmen des PAD-Preisträgerprogramms; seit Anfang 2014 zum Studium hauptsächlich in Bochum 


1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

 

„Wer den Erfolg nicht plant, plant den Misserfolg.” Nicht, dass ich alles perfekt geplant und immer die gewünschten Ergebnisse erreicht habe. Aber schon anhand des (nicht vorhandenen) Planungsprozesses konnte ich in den meisten Fällen den Ausgang meiner Aktionen und Projekte mit hoher Genauigkeit vorhersagen.  

                

2. Das Wort, die Wortgruppe, die ich am häufigsten in Deutsch verwende:

 

„Aber” - denn es gibt immer verschiedene Perspektiven und selten etwas, das allgemeingültig und absolut richtig/gut ist. 

 

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, das ich mit Deutschland/Deutsch verbinde:

© privat/ Dennis Breuer

Dieses Bild, weil es mit allem zu tun hat, was ich in Deutschland mache: Studium, Arbeit und Leben. Dieses Bild hat mit Arbeit zu tun, weil es aus einer Veranstaltung stammt, die ich als Praktikant im International Office meiner Uni mitorganisiert habe. Mit Studium, weil das Praktikum als Studienleistung angerechnet und mit Kreditpunkten „bezahlt“ wurde. Mit Leben, weil…


4. PASCH bedeutet für mich:

Meine ehemalige Schule, deren Teil ich (leider) nicht mehr bin, ist eine Entität, die in einer konstituierenden Phase meines Lebens mit super tollen Menschen meine Persönlichkeit maßgeblich geformt hat.

PASCH, dessen Teil ich (hoffentlich) immer sein werde, ist mit genauso tollen Menschen eine enorme Erweiterung und Diversifizierung dessen, was meine Schule für mich war.

 

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule ...

... 1) keine Mathe mehr machen müssen und 2) Psychologie in Deutschland studieren. Beides konnte nicht realisiert werden. (Zum Glück nicht! Denn ich bin momentan sehr glücklich mit meinem Studium der Sozialwissenschaften und der Philosophie, in dem ich mich mit auch nicht wenig Statistik und Logik befasse/befassen habe.)

 

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna/-Alumnus bin, …

… bin ich wie geplant in Deutschland angekommen; habe das Studienkolleg in Nordhausen besucht; an der Ruhr-Uni Bochum angefangen, Sozialwissenschaften und Philosophie zu studieren (mittlerweile zum Teil durch ein Deutschlandstipendium finanziert, yay!); mein erstes Praktikum im International Office meiner Universität gemacht; bei der Studierendenparlamentswahl an meiner Uni kandidiert und in den AStA-Vorstand∗ geschafft; und meinen ersten Hiwi-Job∗ (in meiner Studienrichtung, yay!) an der FernUni in Hagen bekommen.

 

        ∗ Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), der    

                            als studentische „Regierung“ zu verstehen ist, wird vom

                            StuPa (Studierendenparlament) gewählt, das wiederum

                            von allen Studierenden an der Uni gewählt wird. Unter

                            anderem setzt der AStA Beschlüsse des StuPa um, vertritt

                            die Studierendenschaft nach außen, verwaltet einen Teil

                            des Semesterbeitrags, verhandelt über das Semesterticket,

                            organisiert eine Reihe von Veranstaltungen und bietet

                            diverse Dienstleistungen an.

         Ein Hiwi (Hilfswissenschaftler)/eine SHK (Studentische

                           Hilfskraft) unterstützt die Forschung und Lehre. Zu meinen

                           derzeitigen SHK-Aufgaben gehören u. a. die Erstellung von

                           Studienmaterialien, die Daten- und Literaturrecherchen, die

                           Vorbereitung von Seminaren sowie das Kopieren bzw.

                           Einscannen von Literatur und Unterlagen.

Zudem habe ich zahllose nicht so inspirierende Vorträge gehalten, zahlreiche Hausarbeiten und Essays geschrieben, die keine große Leserschaft erreicht haben, und bei mehreren Bewerbungen (und auch WG-Castings) die Absage erhalten.

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ...   

... ich mich immens für den Menschen als soziales und kulturelles Wesen interessiere. Die hohe Bildungsqualität sowie die große gesellschaftlich-politische Freiheit in Deutschland, von denen ich nicht zuletzt dank meiner ehemaligen Schule überzeugt war, waren die entscheidenden Faktoren dafür, dass ich hier das studieren wollte, was mich fasziniert. Es war/ist außerdem wichtig für mich, dass ich auch außerhalb der Vorlesungen und Seminare möglichst viele Erfahrungen sammeln und zugleich einen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann.

 

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil …

Ich bin ein bisschen stolz auf mich, weil ich – auch im Zeitalter der „Fake-News“ und „alternativen Fakten“ – meistens einen Anspruch auf Wahrheit und eine gesunde Skepsis habe.

Hiermit versichere ich, dass meine hier angegebenen Antworten wahrheitsgemäß sind.

 

9. Mein derzeitiger Alltag ist …

Ich versuche, meinen Alltag bestehend aus Studium, Arbeit, sozialem Engagement, Sport, Ernährung und Freizeit möglichst balanciert zu gestalten. In der Realität ist der Freizeitanteil oft überproportional hoch. Trotzdem bin ich mit meinem derzeitigen Alltag sehr glücklich, weil ich an den meisten Tagen nicht so früh aufstehen muss. 

 

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna/-Alumnus:

Dieses Jahr bin ich als Mentor für PASCH-Alumni, die in Deutschland ihr Studium beginnen/beginnen wollen, aktiv. Dabei gebe ich meine Tipps und Antworten auf ihre Fragen rund um das Studium inkl. des Vorbereitungsprozesses und das Leben in Deutschland sowie in meiner Stadt. Da die Mentorentätigkeit erst vor Kurzem angefangen hat, steht mir noch viel Neues bevor.

Außerdem habe ich bei einem Fotoshooting mit anderen PASCH-Alumni teilgenommen. Das war ein spannender Tag, an dem ich nicht nur nette PASCH-Alumni, sondern auch einen netten Fotografen und seine nette Crew kennengelernt habe; eine einzigartige Möglichkeit, sich zu engagieren und die PASCH-Community zu unterstützen.

 

11. Nach meinem Schulabschluss bin ich anderen PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet …

Letzten November habe ich am 1. Internationalen PASCH-Alumni-Treffen in Berlin teilgenommen. An den drei Tagen des Treffens hatten wir die Gelegenheit, unsere Ideen, Geschichten und Perspektiven auszutauschen, neue Skills in verschiedenen Workshops zu erlernen und eine Menge Spaß zusammen zu haben. Mittlerweile haben wir – dank der tollen Ideen meiner PASCH-Kommilitoninnen – unsere Facebook- und WhatsApp-Gruppe sowie unser Instagram-Profil, die unsere Kommunikation sehr erleichtern.

 

12. Von der Zukunft erwarte ich ...

..., dass ich in die Forschung gehe. Die empirische Sozialforschung, im Vergleich zu ihren naturwissenschaftlichen Gegenstücken, ist eine noch relativ junge Disziplin und es gibt unzählige Themengebiete, die noch forschungsbedürftig sind. Zudem erhoffe ich mir, dass wissenschaftliche Befunde der Öffentlichkeit zugänglicher werden, sowie dass die Wissenschaft und sachliche Argumente, statt gefühlsbetonter Polemiken, mehr Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen.

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/Schülerinnen oder -Alumni ist:

Künftige Akademiker*innen müssen mit großer und starker Konkurrenz rechnen. Sich gegen andere durchzusetzen, ist aber nicht immer das Wichtigste, da es sich meistens um kein Nullsummenspiel handelt. Es muss also nicht immer einer „verlieren“, wenn ein anderer „gewinnt“. Außerdem lässt sich langfristiger nachhaltiger Erfolg oft nur durch Kooperation erzielen. Ich würde daher empfehlen, wenn es möglich ist, kooperativ und sozial zu handeln.