Name: Yaba Rosette Tanoe

Alter: 20

Heimatort/-land: Abidjan, Elfenbeinküste

Ehemalige Schule: Lycée Sainte Marie de Cocody, Abidjan (Elfenbeinküste)

Abschlussjahrgang: 2015

Deutschlandaufenthalt: Seit Dezmeber 2016 


1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

"Alles wird gut."

Ich versuche hoffnungsvolle Gedanken zu haben, obwohl das manchmal ehrlich gesagt gar nicht einfach ist, wenn man verwirrt ist oder so - aber alles wird ja gut haha :)

 

2. Das Wort, die Wortgruppe, die ich am häufigsten in Deutsch verwende:

"Oje" - Ich kann es in jeder Situation verwenden.

 

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, dass ich mit Deutschland/Deutsch verbinde:

Kämpfen, Zukunft: Da ich eine erfolgreiche Zukunft haben will, bin ich in Deutschland. Und um meine Ziele zu erreichen, muss ich kämpfen.

 

4. PASCH bedeutet für mich:

Freundschaft, neue Kulturen entdecken, mehr verantwortlich sein

Ich habe gelernt, dass nicht nur die Berufsausbildung wichtig ist, sondern auch die spirituelle Weiterbildung.

Ich erinnere mich noch an meine drei Jahre im Internat. Für die zwei letzten Jahre sollte ich auf andere Schülerinnen aufpassen. Gleichaltrig oder nicht: diese Erfahrung hat mich viel gelehrt - vor allem Verantwortung zu übernehmen! Na ja, es gibt Vor- und Nachteile! Trotzdem ist es eine schöne Erinnerung ;-)

 

 

Sommercamp 2014 (Sassandra, Elfenbeinküste) ©privat/Rosette Tanoe

 

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule …

... Medizin studieren und unbedingt mein Studium in Deutschland absolvieren. 

 

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna bin, …

... habe ich einen Deutschkurs am Goethe-Institut in meinem Heimatland besucht. Danach habe ich mit dem Medizinstudium angefangen, für circa acht Monate. Und seit Weihnachten 2016 bin ich hier in Deutschland. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Weg nach Deutschland Gnade ist. Es war so kompliziert mit den deutschen Behörden. Niemand in meiner Familie spricht Deutsch. Wir haben keine Verwandtschaft in Deutschland um uns zu helfen - Ich wollte aufgeben :( und einfach in Frankreich studieren. Aber Gott sei Dank habe ich von Aupair-Mädchen gehört! Ich habe mich darüber informiert, mich bei einer Agentur angemeldet und habe eine Gastfamilie gefunden. Und dann bin ich nach Deutschland geflogen. Meine Arbeit als Aupair-Mädchen hat 10 Monate statt 1 Jahr gedauert, weil ich die Zulassung zum studienvorbereitenden Deutschkurs erhalten habe. Bald fange ich mit dem Deutschkurs an und ich bin ganz aufgeregt. Es ist Zeit, neue Türen aufzustoßen und neuen Anfängen zu vertrauen!

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil …

Ich habe noch Vertrauen. Medizin ist meine Leidenschaft und aus diesem Grund möchte ich mir noch die Daumen drücken. Ich habe mein gewohntes Leben aufgegeben, das Studium abgebrochen, Familie und Freunde verlassen und in einem anderen Land ganz neu angefangen - Ich habe mein komplettes Leben auf den Kopf gestellt!! Trotzdem habe ich es gewagt und meiner Meinung nach ist es eine gute Wahl gewesen.

 

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil …

Ich bin einfach froh, dass ich viele Hindernisse überwunden habe. Alleine konnte ich es nicht schaffen, deshalb bin ich auch dankbar. Meinen Freunden bin ich unendlich dankbar. Nicht nur ihnen, sondern auch den Personen, die mich nicht kennen und mir trotzdem geholfen haben. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl: man erwartet nichts von Jemandem, aber diese Person eilt dir zu Hilfe! Es ist auch aufmunternd.

 

9. Mein derzeitiger Alltag ist …

Ich lerne, schlafe und verbringe die Zeit mit Leuten, bei denen ich mich geborgen fühle; die mich aufbauen. Ich arbeite eigentlich nicht mehr, aber ich muss noch einige Probleme lösen um mein neues Visum zu beantragen, bevor ich nach Greifswald umziehe, wo ich den Deutschkurs besuchen werde. Oje^.^ Ich denke in Greifswald wird mein Alltag auch so aussehen. Ich muss einen Minijob finden, ein bisschen Geld verdienen, auf mich selbst aufpassen. Und ja, wie gesagt - bin ich aufgeregt!

 

 

©privat/Rosette Tanoe

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna:

Ich habe mich noch nicht engagiert, aber ich möchte gerne meine Erfahrungen weitergeben, damit meine Geschichte die Schüler motiviert. Ich möchte sie beraten, wenn sie Ratschläge brauchen und ihnen helfen, wie ich kann.

 

11. Nach meinem Abschluss bin ich anderen PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet …

Ich habe die Ehre gehabt an dem 2. Internationalen PASCH-Alumni Treffen in Berlin teilzunehmen. Ein angenehmer Aufenthalt mit Jugendlichen und Erwachsenen, die sehr engagiert sind, die ihre Erfahrungen freiwillig teilen wollen, die anderen gerne helfen; sie beraten. Das war sehr motivierend.

 

12. Von der Zukunft erwarte ich …

Man sagt, niemand weiß was die Zukunft bringt. Ich hoffe nur, dass ich mein Ziel erreichen werde: Ärztin werden. Ich möchte Forschung im Bereich der Bakteriologie betreiben, damit ich mithelfen kann Arzneimittel zu entwickeln. Ich wünsche mir eine Zukunft mit viel Liebe; eine Zukunft mit Leuten, die verstehen, was einander unterstützen bedeutet; eine Zukunft mit Leuten aus verschiedenen Kulturen, die trotzdem zusammenleben wollen - ohne Hass.

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/Schülerinnen oder -Alumni ist:

Ich denke, ich werde wahrscheinlich wiederholen was die anderen PASCH-Alumni schon gesagt haben: ihr sollt nie aufgeben - egal was kommt! Wenn ihr Träume habt und wisst, dass diese realisierbar sind, dann sollt ihr einfach Vertrauen haben, bis ihr eure Ziele erreicht habt. “Heute ist der Tag, an dem du dein Leben ändern kannst. Die Vergangenheit ist Schnee von gestern.”