550-jähriges Gutenberg-Jubiläum – der Erfinder des Buchdrucks

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Vor mehr als 500 Jahren erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck und beeinflusste die gesellschaftlichen Entwicklungen entscheidend. Mithilfe beweglicher Lettern* gelang es ihm erstmals Texte schneller, günstiger und in einer großen Auflage zu drucken sowie zu vervielfältigen. Zuvor wurden Bücher häufig von Mönchen in Klöstern zeitraubend per Hand abgeschrieben und das Lesen von Büchern war nur den höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten. 


Gutenbergs Erfindung

Johannes Gutenberg wurde um 1400 in Mainz geboren und lebte zwischenzeitlich in Straßburg. Er dachte schon in Straßenburg darüber nach, wie er Drucke serienmäßig produzieren könnte. Im Jahre 1448 kehrte er schließlich nach Mainz zurück und errichtete eine Druckwerkstatt und stellte Assistenzen ein. Finanziell wurde er hierbei vom Mainzer Rechtsanwalt Johannes Fust unterstützt.

 

 

Lettern: kleine Blöcke, mit denen man drucken kann

Gutenbergs Erfindung waren Bleiletter, die sich zu beliebigen Wörtern zusammensetzen ließen und ein Handgießgerät, mit dem Lettern schnell und einheitlich produziert werden konnten. Die Lettern bewahrte er platzsparend in Setzkästen** auf. Außerdem erfand er eine Druckerpresse, in der die Drucktafeln eingespannt wurden.


Bildung für alle – der erste Schritt!

Durch die Erfindung des Buchdrucks ermöglichte Gutenberg Menschen aus allen Bevölkerungsschichten Zugang zu Wissen und Bildung, da sich ärmere Menschen nun auch Bücher leisten konnten. Er legte den Grundstein für das Buch als Massenmedium. Doch der Buchdruck ermöglichte auch erstmals die Vervielfältigung von Flugschriften und Nachrichtenblättern, sodass Neuigkeiten innerhalb der Bevölkerung schnell verbreitet werden konnten. So gilt der Buchdruck auch als Schlüsselelement der Renaissance und Reformation. Ohne den Buchdruck hätten beispielsweise Martin Luthers 95 Thesen und seine Bibelübersetzungen nicht so schnell die Öffentlichkeit erreichen können.

 
Zu Gutenbergs berühmtesten Werk zählt eine lateinische Bibel, die zwischen 1452 und 1454 gedruckt wurde. Die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, wie sie auch genannt wird, besteht aus zwei Bänden mit insgesamt 1282 Seiten und hatte eine Auflage von 180 Exemplaren. Sie gilt als bedeutendes Werk der Druckkunst.


Historikerinnen und Historiker sind sich einig, dass sich die moderne europäische Kultur und Wissenschaft ohne den Buchdruck so nicht hätte entwickeln können. Mit seiner Erfindung revolutionierte Gutenberg die Entwicklung der Medien- und Kulturgeschichte und markierte den Beginn unserer Wissens- und Kommunikationsgesellschaft.


© JGU Mainz/Thomas Hartmann

Feiern Sie das 550-jährige Gutenberg Jubiläum!

Sie wollen noch mehr über Gutenberg erfahren? Anlässlich des 550-jährigen Jubiläums lädt die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz zu einer spannenden Seminarreihe rund um das Leben und Wirken Gutenbergs ein. Besuchen Sie doch diese Veranstaltung und erfahren Sie mehr über die Bedeutung Gutenbergs für die Kultur- und Bildungsgeschichte weltweit.


Oder nehmen Sie Ende Juni an der Mainzer Johannisnacht teil! Das Volksfest wird seit 50 Jahren in Gedenken an Gutenberg gefeiert. Es erwarten Sie ein großer Bücher- und Künstlermarkt, Ausstellungen, Bühnenprogramme und einiges mehr! Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums finden Sie hier >>


* Lettern: kleine Blöcke aus Blei, mit denen man drucken kann
** Setzkasten: so etwas Ähnliches wie ein Behälter: flacher, vielfach unterteilter Kasten für die Lettern eines Schriftsatzes