Shakhlo Kakharoa wirbt als PASCH-Botschafterin: Von französischen Schulen an deutsche Unis

© ZfA/ Dorothea Schulz

An der Schule Lycée Henri IV - Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Hochschulsystem

 

Am 19. Oktober habe ich eine Präsentation an der Schule „Lycée Henri IV“ gehalten, die in ganz Frankreich wegen ihrer berühmten Absolventen und der Leistungen der SchülerInnen sehr bekannt ist. Wie erwartet haben die SchülerInnen die deutsche Sprache sehr gut beherrscht, waren bereits mehrmals - auch über einen längeren Zeitraum - in Deutschland und waren mit der deutschen Kultur vertraut. 

 

Die erste Frage, die ich während der Präsentation gestellt habe, war, wer sich vorstellen kann, in Deutschland zu studieren. Die Antwort war für mich eher überraschend. Nur eine Schülerin hat sich gemeldet - und das trotz der erwähnten sehr guten Sprachkenntnisse. Das war für mich ein klares Signal, dass viele französische SchülerInnen mit dem deutschen Bildungssystem nicht vertraut sind und dieses nur aus der französischen Perspektive betrachten. Denn in Frankreich ist es oft so, dass die Schüler mit den besten Ergebnissen meistens an die sog. Grands Écoles wollen. 

 

© ZfA/ Dorothea Schulz

Am Anfang war mein Ziel klarzustellen, dass diese Trennung in Deutschland nicht existiert und die staatlichen Universitäten einen guten Ruf genießen und freilich mit Privatuniversitäten konkurrieren können. Fortgesetzt wurde der Vortrag mit den Unterschieden zwischen verschiedenen Hochschultypen. In welchem Fall ist es empfehlenswert, sich eher für eine Fachhochschule zu entscheiden? Was ist ein Duales Studium und muss man bereits jetzt an einen möglichen Master denken? Es wurden Vergleiche mit Frankreich gezogen. Immer wieder bin ich auf meine eigene Erfahrung zurückgekommen - auch die Fragen bezogen sich eher auf das von mir Erlebte und nicht auf die generellen Rahmenbedingungen. 

 

Nichtsdestotrotz, war es mir wichtig, auf die ausgezeichnete Gelegenheit hinzuweisen, die ein Studium in Deutschland darstellt, damit die SchülerInnen darüber informiert sind, welche Bedeutung das DSD II-Diplom hat, das sie im Dezember ablegen. Am Ende habe ich verschiedene Stipendienmöglichkeiten und die PASCH-Alumni-Plattform vorgestellt, wo viele Antworten auf potentielle Fragen gefunden werden können. 

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die SchülerInnen während der ganzen Präsentation aktiv geblieben sind und sich hoffentlich später im Detail über ein mögliches Studium in Deutschland informieren werden.  

 

 

An der École Massillon - das Stipendium und die Hochschulen

 

Meine zweite Präsentation fand am 7.11. an der École Massillon statt und war in eine Informationsveranstaltung für die SchülerInnen und ihre Eltern eingebaut. Angesichts der begrenzten Zeit wurde mir angeboten, mich vollständig auf meine Erfahrung und meine Wahrnehmung von Vor- und Nachteilen des Studiums in Deutschland zu konzentrieren. Die Präsentation ergänzte sich gut mit dem Vortrag eines DAAD-Lektors, der den Eltern verschiedene Aspekte des DAAD-Stipendiums vorstellte.

 

 

© ZfA/ Dorothea Schulz

Da ich selber seit 2012 eine Vollstipendiatin bin, konnte ich vieles bestätigen und habe versucht, die SchülerInnen dazu zu ermutigen, sich um das Stipendium zu bewerben. Erstens bietet das Stipendium die Möglichkeit, die Eltern finanziell zu entlasten und selbstständiger zu sein. Es ist aber gleichzeitig eine enorme Hilfe, um die ersten Freunde zu finden, mit denen man in der Regel viele Jahre danach auch in Kontakt bleibt. 

 

Ich habe von den Universitäten erzählt, an denen ich studiert habe: die Freie Universität Berlin, wo ich mein Bachelorstudium in Politikwissenschaften abgeschlossen habe und die Technische Universität Dresden, wo ich momentan für den Master im Fach Internationale Beziehungen eingeschrieben bin. Es ging außerdem um die generelle Atmosphäre für internationale Studierende an deutschen Unis. 

 

Im Anschluss an die Veranstaltung haben die Eltern noch ein paar weitere Fragen gestellt und es folgte ein Kontaktaustausch. Eine weitere Präsentation wird derzeit am Goethe-Gymnasium in Tadschikistan geplant. 

 

Autorin: Shakhlo Kakharoa

Datum: 06.02.18