Followst du noch oder vloggst du schon?

Allein in den letzten 10 Jahren haben sich die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation stark verändert – insbesondere mit Blick auf die Landschaft der sozialen Netzwerke können einige Veränderungen festgestellt werden. Ein interessantes Phänomen, das sich in den letzten Jahren fest etabliert hat, sind die sogenannten Influencer, Blogger oder Vlogger. Dieser Artikel widmet sich genau dieser Gruppe und gibt einen Überblick zu der Szene in Deutschland. Aber der Reihe nach – was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Blogger, Vlogger, YouTuber, Streamer oder Influencer? Und was ist ein Podcast?

 

 

Ein Erklärungsversuch

Ein Blog ist in der Regel eine Art öffentliches Tagebuch, in dem der "Blogger", also die Person, die die Beitrage schreibt, regelmäßig über ein bestimmtes Thema berichtet. Das können zum Beispiel Reisen sein, aber auch Mode ist häufig ein beliebtes Thema für einen Blog. Ein Vlog (das Wort setzt sich aus Video und Blog zusammen) hat das gleiche Prinzip, nur werden die Beiträge in Form von Videos – und nicht von Texten – veröffentlicht. In diesem Fall schreibt der Vlogger also nicht, sondern nimmt sich selber dabei auf, wie er oder sie über ein Thema spricht. Die Videos werden dann anschließend auf den sozialen Netzwerken hochgeladen. Podcasts sind eine Reihe von veröffentlichten Audio-Dateien. Oftmals ähnelt der Stil dem einer Radioshow. Blog, Vlog oder Podcast sind also alles bestimmte Formate, mit denen sich die Betreiber selbstdarstellen oder über andere Dinge berichten. Ein Streamer ist eine Person, die, während sie ein Computerspiel spielt, ihr eigenes Spiel kommentiert und live auf Internetseiten überträgt. Zuschauer können während des "Streams" Fragen zum Spiel stellen und treten so in Interaktion mit dem Streamer. Ein YouTuber zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass er besonders berühmt auf YouTube ist – dabei kann er dies zum Beispiel mit Hilfe eines Vlogs oder Podcasts erreichen. Ein Influencer ist einfach eine Person, die so berühmt auf einem sozialen Netzwerk ist, dass sie andere Menschen beeinflussen kann. So sponsern große Unternehmen immer wieder Influencer, damit sie ihre Produkte in ihren Vlogs oder Beiträgen tragen oder sogar präsentieren.

 

 

Die deutsche Influencer-Szene

Zwei der berühmtesten Influencer in Deutschland sind die 16-jährigen Zwillinge Lisa und Lena. Berühmt wurden sie, als sie auf der App TikTok so getan haben, als würden sie weltberühmte Songs singen. Auf Instagram sind sie natürlich auch aktiv. Mit 46 Millionen Followern haben sie mehr als andere deutsche Superstars, zum Beispiel 8 Millionen mehr als Heidi Klum. Inzwischen wurden sie zu einigen großen Fernsehshows eingeladen. Außerdem haben sie nun auch ihren eigenen Vlog auf YouTube erstellt. Dort teilen sie mit tausenden Followern ihren Alltag.
Zwei andere Influencer – auch Zwillinge – sind "die Lochis". Etwas älter als Lisa und Lena, sind sie mit Musikvideos auf YouTube berühmt geworden. Dort übersetzten sie zu Anfang Lieder ins Deutsche oder parodierten Videos. Mittlerweile haben sie ihre eigenen Lieder sowie den Film „Bruder vor Luder“ veröffentlicht.    
Mit einem ganz anderen Thema hat Bianca Heinicke Millionen von Abonnenten auf YouTube gewonnen. Unter dem Kanal "BibisBeautyPalace" gibt sie Tipps für Kosmetikprodukte und Schminkanleitungen. Zunehmend stellt sie auch ihr Privatleben auf YouTube vor und hat die Themen ihrer Videos vervielfältigt. Allerdings scheinen die Abonnenten der Influencer auch manchmal Kritik zu äußern. So bekam Bibi für ihre Interpretation des Songs "How it is" 2,8 Millionen Dislikes auf YouTube.

 

 

Ein schier unendlicher Markt mit unbegrenzten Möglichkeiten

Lisa und Lena, die Lochis und Bibi sind nur einige der vielen Influencer in Deutschland. Wer bereits nahezu 10.000 Follower hat, wird als Micro-Influencer gezählt – überschlagen sollte es davon in Deutschland also einige Tausend geben. Die Szene ist daher sehr breit und divers. Hinzu kommt, dass viele Leute der jüngeren Bevölkerung aufgrund guter Englischkenntnisse auch internationalen YouTubern, Bloggern, Vloggern und Streamern folgen. Bei der großen Anzahl an Möglichkeiten stellt sich irgendwann ganz von selbst die Frage: Followst du noch oder vloggst du schon?