Als PASCH-Botschafterin in Bulgarien unterwegs

© Privat/Siyana Dimitrova

Die bulgarische PASCH-Alumna Siyana Dimitrova studiert seit 2012 mit einem DAAD-Stipendium in Deutschland. Als PASCH-Botschafterin besuchte sie zwei Schulen in ihrer Heimat und berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen in der DSD-Schule und während ihres Bachelorstudiums an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

 

Am 12. und am 14. Februar besuchte ich zwei der insgesamt 32 PASCH-Schulen in Bulgarien: das Fremdsprachengymnasium „Akad. Lyudmil Stoyanov“ in Blagoevgrad und das Fremdsprachengymnasium „Simeon Radev“ in Pernik. Da traff ich mich mit Schülern der 11. Klassen, die sich bereits sehr intensiv auf die Prüfungen für das DSD II vorbereiten und sich schon Gedanken darüber machen, ihr Studium in Deutschland zu absolvieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die bulgarischen Schüler über sehr gute Deutschkenntnisse  verfügen und ihr Interesse an einem Studium an den deutschen Hochschulen sehr groß ist.


Ein Großteil der Schüler war bereits in Deutschland im Rahmen verschiedener Projekte, Wettbewerbe oder eines Schüleraustauschs. Viele teilten ihre Eindrücke und Erfahrungen mit und erklärten, dass sie genau dadurch das Leben und die Menschen vor Ort näher kennen lernen konnten, was bei den meisten auch dazu beigetragen hat, dass sie ihre Hochschulausbildung in diesem Land abschließen möchten.
Als ich meinen Vortrag konzipierte, wollte ich den Schüler so viel wie möglich über meine Erfahrungen berichten, weil ich es immer für sehr wichtig halte, persönliche und nützliche Tipps zu geben. Aus diesem Grund habe ich meine Präsentation in zwei Teile gegliedert.

 

Persönlichen Erfahrungen in der PASCH-Schule

Im ersten Teil meines Vortrags begann ich mit einer Vorstellung der PASCH-Initiative, weil diese nämlich die Verbindung zwischen uns allen ist. Auf die Frage, wer die Initiative bereits kennt oder zumindest weiß, was das bedeutet, gab es leider sehr wenige positive Antworten. Die wenigen erfuhren das bereits durch ihre Teilnahme am Projekt „PASCH prägt“ im Oktober 2017 in Sofia. Neben der Geschichte der PASCH-Initiative sowie die Aktivitäten anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums stellte ich die pasch-net-Seite vor, wo die Schüler sowohl Materialien für Vorbereitung auf die DSD-Prüfung zu unterschiedlichen Themen als auch Erfahrungsberichte, Interviews, Videos und vieles mehr zum Thema „Studium in Deutschland“ finden können. Besonders interessant für sie waren die Wettbewerbe und Aktionen in den sozialen Netzwerken, an denen sich die PASCH-Schüler weltweit beteiligen können. 

© Privat/Siyana Dimitrova

Meine persönlichen Empfehlungen für die Vorbereitung auf das DSD II sowie meine aktive Teilnahme an vielen Projekten in Deutschland, bereits in der Schule, weckten viele Fragen bei den Schülern, was mir das Zeichen gab, dass sie wissensbegierig sind und vor allem die Tipps aus erster Hand sehr zu schätzen wissen. Da das Studium in Deutschland dementsprechend auch mit finanzieller Unterstützung seitens der Familie verbunden ist, informierte ich die Schüler über das DAAD-Vollstipendium, dank dessen ich mein Studium in Deutschland bereits seit 2012 finanziere. Es hat sich herausgestellt, dass diese Möglichkeit für finanzielle Unterstützung für viele unbekannt ist, jedoch für die meisten von Interesse ist.

 

Persönliche Erfahrungen während des Studiums

Seit bereits fast sechs Jahren lebe und studiere ich in Magdeburg. Das war genug Zeit, um mich in der Elbestadt sehr gut einzuleben, viele Freunde zu finden und sogar nicht mehr weggehen zu wollen. Genau aus diesen Gründen bin ich nach meinem Bachelorstudium in Journalistik/Medienmanagement an der Hochschule Magdeburg-Stendal auch für meinen Master in Medienbildung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geblieben. Durch die verschiedenen Schritte in meinem Leben in Deutschland versuchte ich den Schülern klar zu machen, dass man nicht unbedingt in eine Großstadt wie Berlin oder München für sein Studium gehen soll, sondern genau im Gegenteil. Die kleineren Städte bringen viele Vorteile mit sich, was das Einleben am Anfang definitiv erleichtern kann.
Ergänzend dazu erklärte ich den Schülern den Unterschied zwischen einer Universität und einer Hochschule, weil in Bulgarien leider die Meinung verbreitet ist, dass die Hochschule nicht gut genug ist. Durch meine praktischen Tätigkeiten sowohl in Deutschland als auch im Ausland, beispielweise in Barcelona und Riga, konnte ich allen zeigen, welche Vorteile eine Hochschule gegenüber der klassischen Universität hat, und das weckte auf jeden Fall ihr Interesse, weil später in der Diskussionsrunde viele weitere Fragen zu diesem Thema kamen. 

© Privat/Siyana Dimitrova

Durch Fotos, Videos und viele interaktive Elemente, sowie kleine Unterhaltungen zeigte ich den Alltag eines Studenten in Deutschland. Es war besonders spannend für die Schüler zu sehen, dass man nicht nur an der Hochschule oder in der Bibliothek sitzt, um zu lernen, sondern auch dass man Freizeit hat, um sich mit seinen Hobbies zu beschäftigen, neue Freunde zu finden und mit ihnen zu reisen oder etwas Neues zu unternehmen. Wie ich es auch erwartete, gab es viele Interessenten für den Studiengang Journalismus, die ich nach den Vorträgen persönlich beriet. Zusammen mit Medizin und Informatik gehören die Medienstudiengänge zu den beliebtesten für die bulgarischen Schüler für ein Studium in Deutschland.

Während der Vorträge hatten die Schüler die Möglichkeit, mich näher kennen zu lernen und frei die für sie relevanten Fragen zu stellen. Das hat mich besonders gefreut, weil ich durch meine Erfahrungen, Eindrücke und persönlichen Tipps sie zusätzlich motivieren konnte, sich noch mehr Mühe für die Vorbereitung auf das DSD II zu geben und danach nach Deutschland für ihre Hochschulausbildung zu kommen. Denn Deutschland ist ein Land, dass die internationalen Studenten sehr zu schätzen weiß und eine wunderbare Atmosphäre für persönliche sowie berufliche Entwicklung anbietet. Ich freue mich schon darauf, weitere PASCH-Schulen zu besuchen, über meine persönlichen Erfahrungen zu erzählen, die Schüler zu beraten und Deutschland ihnen ein bisschen näher zu bringen.

 

 

Autorin: Siyana Dimitrova

Datum 09.03.18